Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Jugendwohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UmF) zwischen 15 und 17 Jahren unter Trägerschaft unseres Kreisverbands sind seit Anfang 2016 nach einer Übergangslösung im ehemaligen Hotel Cleve in den Räumlichkeiten Bahnstraße 2 in Bedburg-Hau untergebracht.

Ziel ist, den jungen Männern neue Orientierungs- und Bezugsrahmen mit ausreichender Zuwendung nach ihrer Ankunft in Deutschland zu bieten. Dadurch sollen die Grundlagen für das spätere selbstständige Leben vorbereitet werden. Sie lernen unter fachlicher Anleitung, feste Strukturen einzuhalten, selbstständig Stadtgänge zu bewältigen, Schulwege zu absolvieren, Gruppenregeln aufzustellen und zu akzeptieren. Die Übernahme von täglichen Gemeinschafts- und persönlichen Pflichten prägen und üben den Umgang miteinander.

Die Förderung im Bereich der Bildungs- und Arbeitskompetenzen sowie sozialen und interkulturellen Fähigkeiten ist das Instrument, um mitgebrachte Motivation zu erweitern und spätere Fehlentwicklungen und Integrationsschwierigkeiten in den Biografien zu vermeiden.

An erster Stelle indes steht das Erlernen der deutschen Sprache als Unerlässlichkeit für die Bewältigung aller weiteren Schritte. Danach sollte, je nach individuellem Potenzial und Alter, der Einstieg in den Bildungsgang der Regel- oder Berufsschule angestrebt werden mit den Zielen Schulabschluss und Arbeitskompetenzen. Diese Bildungsgrundlagen sind die Voraussetzung für die gesellschaftliche Integration der jungen Männer – unabhängig davon, in welchem Land sie später tatsächlich leben werden.

Aufgrund der Neuausrichtung des „Gesetzes zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher“, die der Deutsche Bundestag am 15. Oktober 2015 verabschiedet hat, waren auch die Jugendhilfeträger im Kreis Kleve vermehrt mit der Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge konfrontiert worden. Die Hilfe in unserer UmF-Einrichtung findet in diesem Zuge als Clearing-Angebot nach §42 SGB VIII statt.