Schulprojekt der AWO im Kreisverband Kleve

Schulprojekt zum Thema Sexualität

Jugendliche sind nicht ausreichend aufgeklärt

Umfrage 2003
An mehr als 20 Schulen im Kreis Kleve leistet das Beratungsteam (Diplom-Sozialar­beiterin Ursula Deckers und Diplom-Pädagogin Nicole Saat) der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Kreisverband Kleve Präventionsarbeit.

Dass Jugendliche im Kreis Kleve nicht ausreichend aufgeklärt werden, beweist das Ergebnis einer Umfrage von 1380 Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren:

Die Schülerinnen und Schüler wurden u. a. gefragt, woher sie ihr Wissen über Sexu­alität haben und mit wem sie sexuelle Fragen besprechen können. (Siehe Grafik) Nur jeder vierte Junge gab an, von seinen Eltern aufgeklärt worden zu sein. 66% der Jungen gaben an, im Unterricht informiert worden zu sein. Die Hälfte der Jungen holen sich ihr Wissen über andere Jugendliche und über Medien. Wenn Jungen Fragen zur Sexualität haben, wenden sie sich an Freunde. Lehrern vertrauen sie sich selten an.

Auch Mädchen wenden sich selten mit Fragen zur Sexualität an ihre Lehrer. Sie ver­trauen sich ihren Freunden an und die Hälfte ihren Müttern. Aufgeklärt wurden sie überwiegend im Unterricht gefolgt von 48% in der Familie. Medien spielen außer Ju­gendzeitschriften bei den Mädchen keine große Rolle. 68% der Mädchen haben ihr Wissen zudem von Gleichaltrigen.


Zum Vergleich:

Einer repräsentativen Studie der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BzgA) zufolge kommen neun von zehn Jugendlichen in der Schule mit Sexualerzie­hung in Berührung. Laut dieser Studie klären die Eltern im Vergleich zu unserer Sta­tistik häufiger auf: 74 % der Mädchen – Eltern und 65 % der Jungen – Eltern. Die Umfrage der AWO bestätigt die Aussagen von Frauenärzten im Kreis Kleve, dass die Jugendlichen nicht ausreichend oder falsch aufgeklärt werden.

Die Beraterinnen der AWO sowie Frauenärzte sehen einen Zusammenhang zwi­schen früher einsetzender Geschlechtsreife, mangelnde Sexualaufklärung und der größer werdenden Zahl von Schwangerschaften bei Minderjährigen.



Forderung an Eltern und Pädagogen
Laut AWO Umfrage werden Jugendliche kaum noch im Elternhaus aufgeklärt. In der Schule wird häufig abgeschaltet oder Aufklärung erfolgt zu spät.

Die AWO wünscht sich von Eltern und Pädagogen eine frühzeitige und verstärkte Aufklärung.

Präventionsarbeit darf nicht erst einsetzen, wenn bereits Probleme manifest sind. Informierte Mädchen können sich besser vor ungewollter Schwangerschaft, sexuel­len Übergriffen und Geschlechtskrankheiten schützen.

Häufig wird falsches Wissen von Eltern über Generationen weitergegeben. Die AWO unterstützt Eltern bei der Sexualerziehung und bietet Veranstaltungen für Mütter und Väter zum Thema Sexualerziehung an.

Mehr Informationen über Schwangerschaftsberatungsstelle, Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Kleve e.V. Emmericher Str. 246, 47533 Kleve, Tel.: 02821/91009

AWO-Umfrage 2003

Befragung von 14 bis 17-Jährigen an Hauptschulen im Kreis Kleve Die Studie basiert auf Aussagen von insgesamt 1.380 Schülern und Schülerinnen. In den Fragebögen waren Mehrfachnennungen möglich.

Vertrauensperson für sexuelle Fragen


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Sexualaufklärung durch

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